Die UFO-Hysterie

26. September 2017

„Hypothesen sind Netze. Nur der wird fangen, der auswirft.“
Novalis

Gibt man in der Internetsuchmaschine Google den Begriff „UFO“ ein erhält man binnen weniger Millisekunden 134 Millionen Ergebnisse. Das Online-Lexikon „Wikipedia“, welches schlau an erster Stelle dieser Suchergebnisse rangiert spuckt interessante Details zu dem mannigfaltigen Phänomen aus, wie zum Beispiel die genaue Information zur Begriffsherkunft:

Die Abkürzung „UFO“ wurde erstmals vom Air Technical Intelligence Center (Technisches Zentrum des Geheimdienstes der US-luftwaffe) Anfang der 1950er Jahre verwendet, um grundsätzlich jedes „Objekt, das durch seine Manöver, aerodynamischen Charakteristika oder unüblichen Merkmale mit keinerlei gegenwärtig bekannten Fluggerät oder Raketentyp übereinstimmt oder das in keinster Weise als vertrautes Objekt identifiziert werden kann“. Der Begriff UFO sollte dem umgangssprachlichen Ausdruck fliegende Untertasse (engl. flying saucer) ersetzen. Dessen Ursprung waren Pressemeldungen nach einer Sichtung von mehreren fliegenden Objekten unbekannter Herkunft in den USA am 24 Juni 1947.

Ebenso wird dort eine ganze Liste von akademischen, behördlichen, militärischen und auch privaten Studien aus der ganzen Welt mit Quellenangaben präsentiert. Dieses Studien haben eines gemein: Es wurden zahlreiche UFOs im engeren Sinne registriert, die Existenz von UFOs ist quasi bewiesen, doch gibt es noch keine schlüssige Theorie worum es sich hierbei nun tatsächlich handelt.

Im Jahre 2013 nahm das Departemento de Investigación den Fenómenos Aéreros Anómalos (DIFAA), das der peruanischen Luftwaffe unterstellt ist gar erst seine Forschung auf. Es ist also sehr wohl auch ein Anliegen offizieller Stellen, das Rätsel um die fliegenden Objekte zu lösen. Würden das unsere Regierungen machen, wenn es lediglich Hirngespinste sind?

Glaubt man den Medien, so ist das Alles Quatsch und UFOs nur blanke Einbildung und die, die vermeintlich UFO-Forschung betreiben nur alte Freaks, die nichts Besseres mit sich anzufangen wissen, als sich Halluzinationen von Hysterikern und Schizophrenen zu widmen oder sie würden maximal astronomische Geschehnisse beobachten.

Fliegende Untertassen? Lächerlich!

Besonders Erstaunliches weiß der bekannte US-amerikanische Schauspieler William Shatner zu berichten, dem man auch nachsagen könnte, er habe lediglich Hirngespinste. Der Hauptdarsteller der beliebten Science-Fiction-Serie „Star Trek“ (zu deutsch „Raumschiff Enterprise“) behauptet, daß seine Rettung im Jahre 1969 nach einem Motorradunfall in der Mohave-Wüste von Kalifornien durch außerirdische Kräfte bewirkt wurde. Shatner, der zu Fuß auf der Suche nach Wasser war, brach bei einer Hitze von 50 Grad Celsius zusammen. „Plötzlich sah ich ein fremdartiges, helles, stromlinienförmiges Objekt über meinem Kopf hinwegwischen“ erinnert sich Shatner. „Tief in meinem Inneren begann eine Stimme mir den Weg zu zeigen, den ich einschlagen sollte. Verwundert über diese mir ungewohnte Art der telepathischen Führung begann ich mien Motorrad in die angegebene Richtung weiterzuschieben. Auf einmal sah ich am Horizont die Silhouette eines Motorradfahrers, der auf einer Straße fuhr, die mir unbekannt war. Ich folgte dieser Route und kam an eine Tankstelle mit Raststätte.“ Shatner sagte weiter „Früher hatte ich immer Zweifel gegenüber außersinnlichen Wahrnehmungen. Manche Leute mögen sagen, ich sei nur einer Fata Morgana zum Opfer gefallen. Doch ich bin überzeugt, es war ein UFO, dessen Besatzung mir durch telepathische Impulse das Leben gerettet hat.“ William Shatner außergewöhnliches Erlebnis wurde vom US-Fernsehen im Rahmen einer Sendereihe über PSI-Phänomene verfilmt.

Dieser Grundzweifel, den William Shatner vor seinem Erlebnis hatte ist typisch für den Großteil der Menschen. UFOs gelten so lange als Hirngespinst oder Schwindel, bis man selbst Zeuge einer mysteriösen Erscheinung geworden ist. Erst wenn man selbst ein UFO-gesehen hat, beginnt man seine Einstellung nocheinmal zu überdenken.

Wenn, wie bei diesem UFO-Zwischenfall keine physikalischen „Beweise“ festzustellen sind, so ist man bei der Überprüfung lediglich auf die Zeugenaussage des Beobachters angewiesen. Doch was ist von solchen Behauptungen zu halten? Gibt es ernsthafte Gründe an der Zuverlässigkeit oder gar am geistigen Zustand der Augenzeugen zu zweifeln? Unterliegen die Beobachter gar halluzinatorischen Effekten, wie es Tiefenpsychologen zu erkennen glauben?

Österreichs UFO-Akten

Der Österreichische Psychologe Prof. Dr. Alexander Keul wollte dies in seinem Projektbericht „Persönlichkeitsvariable und Realitätsprüfung von ungewöhnlichen  Zeugenaussagen“ auch ausdrücken.

​Es handelt sich hierbei um zehn Einzelfallstudien über sogenannte UFO-Beobachtungen in Wien und Niederösterreich. Der Projektleiter und Verfasser, Prof. Dr. Alexander Keul arbeitete den Bericht gemeinsam mit stud.phil. Andreas Krafack und sud.phil. Wolfgang Wallner aus, zur Testkontrolle wurde Prof. Dr. Ludwig Ambrozi herangezogen. Die Studie wurde durch ein Wissenschaftsstipendium des Kulturamtes der Stadt Wien wesentlich gefördert und beschreibt seine Methodik wie folgt:

„Unsere Bearbeitung der Fälle wurde in Form einer externen und einer internen Realitätsprüfung vorgenommen...

...Bei der Aufnahme von Daten durch die Erstmeldung des Zeugen und nach einem halboffenen Befragungsschema operierten wir mit dem Fall so, als wäre das Geschilderte für jeden anderen Beobachter an der Stelle des Zeugen auch sichtbar gewesen. Das als real angenommene Phänomen wurde mittels astronomischer, meteorologischer, flugsicherungstechnischer und anderer Angaben auf mögliche Erklärungen hin untersucht...

...Kriterium für die Übernahme eines Falles ins Projekt war, daß die externe Realitätsüberprüfung keine brauchbare Erklärung der Beobachtung ergab... Während der externen Realitätsüberprüfung wurde die Zeugenpersönlichkeit weitgehend vernachlässigt, als wäre jeder Zeuge ein Monitor und seine Aussage ein beliebig abtastbares Magnetband. Lag also im ersten Stadium unsere Aufmerksamkeit voll auf dem Phänomen, galt sie bei der internen Realitätsprüfung voll dem Zeugen. Es sollte herausgefunden werden, ob seine subjektiv realen Beobachtungsdaten unter den zu erhebenden psychosozialen und medizinischen Umständen etwas objektives Reales beschreiben oder nicht. Eine der wesentlichen Hypothesen über UFO-Beobachtungen ist die Annahme, daß UFO-Zeugen pathologische Abweichungen von der übrigen Bevölkerung zeigen und es daher wahrscheinlich ist, daß ihre Schilderungen Sinnestäuschungen darstellen...“

Das Conclusio dieses Projektberichtes wurde im Endeffekt auch genau auf diese Annahme hinauf konstruiert. Es wäre wohl nichts Anderes zu erwarten gewesen, da die Studie ja vom Kulturamt der Stadt Wien gefördert wurde.

​Die Auswertung der Daten

„Unter den zehn Zeugen fand sich keine einzige psychisch voll intakte Persönlichkeit mit überdurchschnittlicher Intelligenz und Beobachtungsfähigkeit. Es handelte sich stattdessen um 6 Neurotiker (zwei davon mit hysterischen Zügen), 2 Psychopathen und 2 Hirnleistungsschwache (eine senile Demenz und ein organisches Psychosyndrom, vermutlich durch Alkoholismus). Die Psychopathen und der demente Zeuge fielen durch paranoide Projektionen, psychotische Symptome und bizarres Denken auf. Ihre Wahrnehmungsberichte wurden als pathologische Produkte (Z) eingestuft. In einem Fall kam es sekundär zu einer Wahnbildung (Kontakt), die auch bei der Exploration feststellbar war. Alle sieben weiteren Fälle wurden aufgrund der diagnostizierten Beeinträchtigungen der Zeugen mit (Y) abgeschlossen, enthalten also einen realen Kern, um den sich ein neurotischer Halo entwickelt hat. Diese Berichte sind sicher nicht psychotisch und besitzen subjektiv durchaus Glaubwürdigkeit, bieten sich zu kritiklosem Akzeptieren geradezu an. Da uns jedoch nur der Zeuge mit seinen neurotischen Veränderungs- und Projektionsmechanismen als Quelle zur Verfügung steht, kann die Ausdehnung des realen Kerns im Wahrnehmungsbericht nicht mehr festgestellt werden. Fälle, in denen einander nicht bekannte Zeugen unabhängig voneinander dasselbe Geschehen schilderten, traten in Österreich bislang nicht auf.“

Mit diesen vernichtenden Worten für „UFO-Gläubige“ schloß Prof. Dr. Alexander Keul seinen Projektbericht im Jahre 1980.

Haben Sie selber auch ein UFO-Erlebnis gehabt?

Wenn ja, dann bitte wählen Sie aus, welcher Typ Sie nun sind:

a) Neurotiker
b) Psychopath
c) Hirnleistungsschwacher

Genau diese Identifikationen sehen nämlich Österreichs UFO-Akten für UFO-Zeugen vor. Denn der Studienbericht „Persönlichkeitsvariable und Realitätsprüfung von ungewöhnlichen  Zeugenaussagen“ ist die einzige wissenschaftliche Publikation Österreichs zum Thema UFOs, die von der Bundeshauptstadt Wien gefördert wurde.

Wenn man sich dem Verfasser, Prof. Dr. Alexander Keul, der heute an der Universität Salzburg ein Lehramt der Psychologie bekleidet näher widmet wird man aber Erstaunliches feststellen.

Prof. Dr. Alexander Keul trat nämlich auch unter dem Pseudonym Ernst Berger als Mitglied der deutschen UFO-Vereinigung MUFON CES. auf. Keul/Berger hatte den Ehrgeiz Besonderes zur UFO-Forschung beizutragen, indem er sich speziell dem Kugelblitz-Phänomen widmete und dazu auch mehrere Fachartikel in den damaligen Fachjournalen publizierte. Dem Archiv der MUFON CES. zufolge reichten aber seine theoretischen Fähigkeiten zur Aufstellung physikalischer Theorien nicht aus und er begann sich dann der Psychatrie zuzuwenden um in Folge UFO- und Kugelblitz-Beobachtungen für Trugbilder psychisch gestörter Menschen zu erklären.

So berichtete der SPIEGEL am 30.08.1999

„Der Psychologe Alexander Keul von der Universität Salzburg etwa erklärte, dass es sich bei den mysteriösen Irrlichtern womöglich nur um Halluzinationen handelt. ‘Gewöhnliche Blitze mit ihren starken elektromagnetischen Entladungen’, so Keul, ‘könnten auch das Nervensystem beeinflussen’ und dem menschlichen Hirn etwas vorgaukeln, was in Wirklichkeit gar nicht vorhanden sei.“

Auch dem Archiv der MUFON CES. entnehmbar ist, daß Prof. Dr. Alexander Keul alias Ernst Berger nach seinem Austritt aus dem Forschungsverein der MUFON CES. bei der Mutterorganisation der MUFON in den USA sich zum Europäischen Direktor der MUFON CES. wählen lassen wollte. Ein Unterfangen, daß nicht von Erfolg gekrönt war.

Jetzt könnte man meinen, daß selbst der Verfasser des Projektberichtes unter einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, also Typ b) „Psychopath“. Warum als „Berger“ UFO-Forschung betreiben und als „Keul“ UFO-Zeugen lächerlich machen?

Oder schleuste sich der Professor in getarnter Mission in die UFO-Szene ein, um dort für Verwirrung zu sorgen? Spekulationen über Spekulationen


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